Cocktails, gebrannte Wasser, Zigarrendunst -- die Gespräche an Orlandos Bar drehen sich um Medienkritik, Kultur, Philosophie, um Gesellschaftspolitik, Religion, Familie und Erziehung, um Mann und Frau -- und ums Kochen. Gejammer, Gelächter, Angeberei sowie gepflegte Beschimpfungen sind an der Tagesordnung.



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Donnerstag, 29. Juli 2010

Patchwork - Achtung, es droht Gefahr!

Frau Binswangers selbstverliebte und gekünstelte, nur mässig witzige Beschreibung ihrer Schwangerschaft und Geburt zieht ein, zwei müde Kommentare an, trotz Regen und Kälte. Die ganze laufende Woche über hatte unser geliebter Blog von Müttern, die sich nicht in ihre Mütterrolle drängen lassen möchten, etwa hundert Kommentare. Da hatten ich und Max ja fast mehr, wenn man bedenkt, dass wir keine Profis sind und keine so grosse Fangemeinde haben.

Nun, wir setzen eben auch auf Qualität statt Masse. Und nun erreicht mich folgende interessante Meldung:

Es gibt eine Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen über das „Täterprofil“ in punkto sexueller Mißbrauch. Religionszugehörigkeit hat keinen Einfluß auf die Mißbrauchs-Häufigkeit: sexueller Mißbrauch kommt in katholischen, evangelischen oder konfessionslosen Familien im wesentlichen im gleichen Ausmaß vor.

Von großer Bedeutung für die Häufigkeit sexuellen Mißbrauchs ist jedoch die Frage, ob der Täter ein biologischer oder „sozialer“ Vater ist. "Zu den Tätergruppen gehören vor allem Vaterfiguren" (neue Lebenspartner der Mutter, Stiefväter etc.), schreibt Sabine Neumann in ihrem Buch „Sexueller Mißbrauch“. Hingegen ist der Anteil der leiblichen Väter erstaunlich gering: „Bei den Familienmitgliedern sind Väter am wenigsten an sexuellem Mißbrauch beteiligt: etwa zu 2%.“

Andere Studien belegen: jedes sechste Mädchen, das einen Stiefvater hatte, wurde von diesem vor ihrem 14. Lebensjahr sexuell mißbraucht, hingegen erfuhr „nur“ jedes fünfzigste Mädchen sexuelle Übergriffe vom leiblichen Vater.

Bei den vor allem im linken Lager vielgepriesenen Patchwork-Familien sieht es punkto Mißbrauch zappenduster aussieht. So wurden 32 Prozent der Kinder in England und Wales, die bei mindestens einem Stiefelternteil aufwuchsen, Opfer einer Misshandlung – und in Finnland gaben 1996 fast vier Prozent der befragten fünfzehnjährigen Mädchen an, vom Stiefvater missbraucht worden zu sein, während 0,2 Prozent ihren leiblichen Vater beschuldigten.

Ein mehr als peinliches Ergebnis für alle jene, die sich einbilden, auf der Höhe der Zeit zu sein, wenn sie „alternative Familienformen“ verherrlichen, heutzutage gern als „Patchwork“ bezeichnet: klingt es doch so locker und kreativ wie ein bunter Flickenteppich – im Unterschied zur normalen bzw „traditionellen“ Familie mit ihrem angeblich „festgefahrenen Rollenbild“ und fehlenden „Flexibilität“ etc.

„Scheidung macht Kinder zu Opfern und Spielbällen der Eltern", schreibt schreibt der Neurologe und Psychiater Dr. Bertrand Flöttmann in seinem Buch „Steuerrecht des Lebens“. "Die Augenwischer verharmlosen das Unglück von Beziehungsabbrüchen. Sie wollen nicht wahrhaben, daß eine zerbrochene Familie keine Familie mehr ist. Scheiden tut weh. Eine verwöhnende Erziehung, Vernachlässigung und die schmerzhafte Trennung der Eltern führen zu psychischen Störungen beim Kind. Hierzu gehören erhöhte Aggressivität, neurotische Fehlhaltungen und verringerte soziale Kompetenz.“ Und: "Scheidung führt oft dazu, daß ein fremder Mann in die zerbrochene Familie tritt. Das Risiko des Kindes, einen sexuellen Mißbrauch durch den Stiefvater zu erleiden, steigt um das Sechs- bis Siebenfache im Vergleich zum leiblichen Vater.“

Wäre es nicht gerade jetzt – angesichts der aktuellen Mißbrauchsdebatte – hoch an der Zeit, über diese eindeutig belegten Zusammenhänge nachzudenken und die Patchwork-Familie endlich kritisch zu hinterfragen? Stattdessen wird ausgerechnet die katholische Kirche attackiert, als sei sie eine „Hochburg des Mißbrauchs“. Dabei ist es gerade die kath. Kirche, die – ganz im Widerspruch zum Zeitgeist – an der Unauflöslichkeit der Ehe festhält und die Wiederverheiratung von Geschiedenen ablehnt.

Als weitaus ehrlicher im Vergleich zur üblichen linken Szene erweist sich auch hier Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer – und das bereits vor 8 Jahren! In ihrer Zeitschrift „Emma“ Nr.10 / 1992 schrieb sie in ihrem Editorial erstaunlichen Klartext und räumte offen ein, daß Fakten und Hintergründe in Sachen Patchwork sie zum „Umdenken gezwungen“ haben, auch hinsichtlich des vielgerühmten „neuen Vaters“ und der „freien Beziehungen“:

„Heute heiraten immer weniger Paare – und die Mehrheit aller Kinder muss damit rechnen, über weite Teile ihrer Kindheit mit mindestens einem nicht-biologischen, also einem sozialen Elternteil aufzuwachsen; seltener nach Adoption und meist nach Scheidung oder Trennung.“

Aus ist es mit dem Traum von den Vorzügen „alternativer Familienformen“, denn der Traum wurde zum Alptraum. Eins der „Lehrstücke“, die Alice Schwarzer – eigenen Angaben zufolge – umdenken ließen, war die allzu wahre „Parabel vom großen Regisseur mit dem kleinen Mädchen“, genauer: die Story vom „sozialen“ Vater Woody Allen, der eine sexuelle Beziehung zu seiner Adoptivtochter Soon Yi einging, was erst nach vielen Jahren bekannt wurde.

Alice Schwarzer ist schlicht entsetzt: „Allen sieht überhaupt kein moralisches Problem – und Soon Yi zeigt sich an seiner Seite triumphierend der Presse. Da ist kein Zögern, kein Wort des Bedauerns, kein Mitleid und auch keine Scham. Wie skrupellos ist der 56-jährige Allen? Und wie kaputt ist die 20-jährige Soon Yi?“

Seelisch kaputt ist auch die Mutter von Soon Yi, die mit Woody Allen ohne Trau-schein zusammenlebte – auch dazu äußert sich Schwarzer recht skeptisch: „Allen und Farrow konnten es sich moralisch wie materiell leisten, unverheiratet zu sein und in zwei Wohnungen zu leben, diesseits und jenseits des Central Parks. Ihr Lebensmodell war zum Vorbild für das fortschrittliche Amerika geworden. Ihr Scheitern muss eine Warnung für alle sein.“

Am Schluß stellt Alice Schwarzer klar die Frage: „Müssen Mütter aus dem Fall Allen den Schluss ziehen, dass soziale Väter gefährlich sind? In der Tat zeigen neue Statistiken: der sexuelle Missbrauch kommt in Pflege-familien noch häufiger vor als in “Bluts”-Familien. Sicher, auch biologische und verheiratete Väter vergreifen sich an ihren Kindern, aber sie tun es wenigstens nicht triumphierend und im Licht der Öffentlichkeit.“

Wenn jemand etwas dazulernt, ist das immer gut – wenn er dies sogar öffentlich zugibt, noch besser. Danke, Alice Schwarzer!

(Nachweise, Quellen und Links auf Anfrage)

Dienstag, 27. Juli 2010

Am Nachmittag Aufhellungen...

Eilmeldung! -- Eilmeldung! -- Eilmeldung! -- Eilmeldung! --

UBS: unsere liebste pöhse pöhse Bank ist auf Erfolgskurs und hat ihre Schulden zurückbezahlt! Bund und Nationalbank haben kräftig profitiert. Viel Lärm um nichts?

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Max hat heute etwas zur Tragödie in Duisburg.

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Wenn man eine Lüge nur oft genug wiederholt, glaubt sie vielleicht allmählich jemand...nach diesem Prinzip verfährt die Tagesanzeiger/Newsnetz-Journalistin Olivia Kühni. In ihrem Schmierenstück über die Autorin Eva Herman rollt sie die alte Geschichte nochenmal auf und käut Falschheiten wieder, die mittlerweile gerichtlich widerlegt sind: Die Herman hat nachweislich nie die Familienpolitik der Nazis gelobt noch hatte ihr Rauswurf bei Kerners Talkshow etwas mit ihren Aussagen zu tun (er war geplant und inszeniert)!
Fairness, Objektivität, saubere Recherche - wo seid ihr geblieben?
Kühni beweist damit, dass einigen grenzdebilen Schreiberlingen beim SP-Kampfblatt "Tagesanzeiger" jedes Mittel recht ist, ihre Agenda zu pushen.

Lesen Sie im Beitrag auch die Kommentare: auffallend viele Leser sind mit Eva Herman einig.

Mittwoch, 14. Juli 2010

"Romeo and Julian" - Eltern weltweit wehren sich

Unsere Bloggerin Laura berichtete gestern, wie unstatthaft es im Tessin wäre, wenn Schwule und Lesben im Klassenzimmer "Aufklärung" bereiben wollten.

Natürlich wehren sich Eltern weltweit gegen solche Zwangsaufklärung und versteckte Bekehrungsversuche. In Grossbritannien wurden Eltern angeklagt, die ihre Kinder blaumachen liessen, als aus Anlass des Aufklärungsunterrichts eine schwule Adaption von Shakespeares Klassiker gegeben wurde: ähnlich wie im Gay-Theaterstück "Romeo and Julian" handelte eine im Sex-Unterricht behandelte pädagogische Geschichte von einem Prinzen, der mehrere Prinzessinen abweist und entscheidet sich stattdessen für einen Bruder der einen Verehrerin.

In den USA wurde ein Vater in Haft genommen, weil er sich dagegen wehrte, dass seinem Sohn im Kindergarten (sic!) ein Lehrbuch in "Diversität" auferzwungen wurde, in dem für gleichgeschlechtliche Elternschaft geworben wird.

Durch Berlin ging eine Welle der Empörung, als Schüler zu Aufklärungs- und Vorurteilsabbauzwecken im Rollenspiel als schwule Barkeeper und Gäste flirten solten. Sowas macht mich ganz besonders betroffen ;-)

Das alles im regulären, steuerfinanzierten Volksschulunterricht mit Anwesenheitspflicht. So sieht politisch korrekte Indoktrination aus.

In den USA, muss man wissen, haben Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (GLBT ist die offiziöse Bezeichnung dafür) einen eigenen Tag, den "Day of Silence", der an Schulen begangen werden soll um gegen faule Sprüche, gemeine Bemerkungen und Tunten-Witze zu protestieren.
Das ist natürlich typisch: eine gesellschaftliche Minderheit, die GLBTs, inszeniert sich als Opfer der Gesellschaft und Dialog kommt schon mal gar nicht in Frage, es soll gefälligst solidarisch geschwiegen werden.

Das provozierte Widerstand, der in Form des Day of Truth im Gegenteil nicht schweigen will wie Zisterziensermönche, sondern in einen Dialog mit den Homosexuellen treten. Die Organisatoren gehen nämlich davon aus, dass GLBT nur in seltenen Fällen eine Geschichte der Hormone oder von "angeborenen Neigungen" ist, sondern eine meist bewusste und freie, oft aber auch durch unglückliche Umstände zustandegekommene Entscheidung für einen Lebensstil.

Hier ein ausführliches Papier in deutscher Sprache zu dieser Thematik. Und hier ein Beispiel, wie "Schwule und lesbische Lebenswelten" Schülern in zwei deutschen Bundesländern nähergebracht werden und "Coming-outs" erkämpft werden sollen.

Was halten Sie davon? Sollte man Sexualkundeunterricht gänzlich streichen oder freiwillig machen oder anders gestalten? Und sollen Eltern dabei ein Wörtchen mitreden? Oder fluten wir in Zukunft die Klassenzimmer mit Vertretern jeder erdenklichen gesellschaftlichen Minderheit, die den Schülern einimpfen, gefälligst im Namen der "Diversität" Respekt zu haben und den Mund zu halten?