Nach zwei, drei Tagen im
Reich der strammen Emma-Emanzen, unbedarften Gender-QuasslerInnen und linken Spinner habe ich Preise zu vergeben:
Orlando's
Preis für die doofste Bloggerin des Tages geht an...Frau "Widerspenstige": Sie schafft es immer wieder auf peinlich-schusselige Weise, die Abfolge
Lesen/Verstehen - Nachdenken - Mitschreiben durcheinander zu bringen, wobei sie den zweiten Schritt meist ganz weglässt und ihre Mitblogger dafür am reichen Fundus ihres Halbwissens teilhaben lässt, das freiassoziativ aus ihr herauspurzelt. Hier ein Beispiel, das auch grad das Thema meines heutigen Posts einführt:
Blogger Andy argumentiert: "
Der Mensch ist egoistisch veranlagt, muss gefordert und belohnt werden, sonst strengt er sich nicht an. Das Resultat dieses Systems (des Kommunismus) ist, dass der Lebenstandard sinkt und es allen schlechter geht (auch dem Nachwuchs)." Darauf antwortet "Widerspenstige":
"Das sehe ich ein wenig anders, denn zu Egoismus verleitet der Kapitalismus und nicht der Sozialismus – das ist ein Widerspruch in sich. Sehen Sie den
Unterschied? Es kann sehr schön in Ländern gesehen werden, wo die Gleichwertigkeit zwischen Mann und Frau gelebt wird. Oder wie können Sie sich erklären, dass ausgerechnet in Sozialistischen Ländern wie Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland etc. die Menschen glücklicher mit ihrem Leben sind?" Und weiter erklärt uns "Widerspenstige" das "Erfolgs-Modell Schweden. "
Die kennen keine Wirtschaftskrise und das duale Steuersystem macht glückliche Menschen – ob Väter, Mütter, Kinder oder Kinderfreie – alle profitieren vom fürsorglichen Sozialstaat (nein, kein Kommunismus und nicht nur das Öl ist Schuld daran!)."Alles klar? Gückliche "Kinderfreie" im Zuckerwatten-Land, wo die Gleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern gelebt wird? Also ist gar nichts faul im "sozialistischen" Staate Dänemark? Alles besser im Ikea-Sozialwunderland?Im Gegensatz zu uns rückständigen Schweizern, die hier im Raubtierkapitalismus schmoren, scheinen die blonden, hochgewachsenen Skandinavier tatsächlich mit Überzeugung ihre Gravad Lax-Smörebröds am Fjord in der Mitternachtssonne zu geniessen (im Radio läuft natürlich A.B.B.A.) und die Segnungen des umsorgenden Sozialstaates hochzuhalten. Das sei ihnen gegönnt. Jedem das Seine.
Aber trifft es zu, dass die skandinavischen Länder so viel "fortschrittlicher" und "ein Vorbild" sind, wie es schweizer Sozitanten und linke Täumer immer wieder behaupten? Und fordern, wir sollten ein Bisschen mehr wie die Skandinavier werden.
1.
Sind die Skandinavier glücklicher als die Schweizer? Die Dänen sind gemäss
Untersuchungen tatsächlich die glücklichsten Menschen der Erde, stimmt. Und wer folgt gemäss den genau gleichen Untersuchungen auf dem zweiten Platz?
die sozial kalte Schweiz - bingooo! Schweden folgt weit abgeschlagen auf dem siebten, Norwegen auf dem 19. Platz...und das trotz zwei Jahre voll vom Staat bezahltem Mutterschaftsurlaub! Das vielgelobte Frankreich - das fast gleichviel für Soziales ausgibt pro Kopf wie Schweden - landet auf dem schäbigen 62. Platz, weit hinter den USA auf dem 35. Rang (die ja gar nichts fürs Soziale ausgeben, nicht wahr!).
Merke für später: die Höhe der Sozialausgaben eines Landes hat nichts mit dem Glücksbefinden seiner Bürger zu tun.2. Wenn das "Skandinavische Modell" dem Rest der Welt tatsächlich so überlegen wäre, müsste sich dies doch eigentlich auch in den
gesellschaftlichen Realitäten niederschlagen, nicht? Ein perfektes Sozialwesen müsste logischerweise auch eine perfekte(re) Gesellschaft generieren, oder?
Auch hier: Fehlanzeige! Das Land ist bestenfalls Durchschnitt, wie mein kleiner Streifzug im Netz zeigt. Weder angesichts von
Kriminalitätsraten,
Wirtschaftsdaten (siehe Abb.), schlechter
Moral,
Sexualstraftaten, tiefen Heirats- und extrem hohen
Scheidungsraten (64%!),
Alkoholismus,
Drogenproblemen, eines miesen
Gesundheitswesens (beispielsweise ein Mammograf auf 200'000 Einwohner...) noch
Fremdenfeindlichkeit könnte irgendein Lob für Schweden gesungen werden.

Merke: Mehr und höhere Sozialausgaben führen keineswegs zur Beseitigung oder Minderung gesellschaftlicher Missstände.
Die Schweden haben sich - wie die anderen nordischen Länder Dänemark, Norwegen, Island und bedingt auch Finnland - in drei Generationen das in der westlichen Welt grösste Bürokratenmonster geschaffen, das ihr Leben durchorganisiert und kontrolliert. Drei Generationen - genug Zeit dieses Modell als das beste der Welt in den Köpfen der Schulkinder zu implementieren, die im Alter von 12 Monaten bis 14 Jahre Vollzeit vom Staat betreut werden. Für diesen Rudumservice liefern die praktisch gläsernen Bürger mehr als die Hälfte ihres Einkommens (in Schweden 51%) als Steuern ab, wie eine All-Inclusive-Hoteltaxe.
Fazit: Sozialpolitik à la "Modell Schweden" macht nicht glücklicher, die Sozialwunderländer Skandinaviens stehen keineswegs irgend besser oder schlechter als im Mittelfeld da und die nordischen Länder haben exakt genau die gleichen gesellschaftlichen Probleme, wie wir hier auch! Und es ist ja klar, dass mehr Sozialstaat zu sinkendem GDP führt und eine ganz und gar ungesunde Haltung heranzüchtet: wie bekomm ich mit möglichst wenig Aufwand eine Staatsrente ("Rent-Seeking"). Darunter leiden dann Unternehmergeist, Innovation und Standortattraktivität.
Fairerweise sei noch darauf hingewiesen - wie der Tagesanzeiger sehnsüchtig in einer Lobeshymne schwärmt - dass die Schwedens Wirtschaft momentan gar nicht so übel dasteht. Und zwar genau, weil die Politiker auf Wachstum setzen und die Unternehmen weder melken noch ihnen Fesseln und Auflagen auferlegen - was die linken Idioten auch im Mamablog laufend fordern.
Der zweite Preis, der Preis für den träfsten Kommentar, geht übrigens an Blogger Giorgio Girardet, der die jungste Diskussion auf Mamablog sehr treffend zusammengefasst hat:
"Es handelt sich um einige IKEA-Denkstücke, die in den 70er, frühen 80er Jahren zusammenmontiert wurden und jetzt hin und her geschoben werden im Kopf von Pippi Langstrumpf. Kommt nun “Björk” neben “Billi” oder "Lars" unter "Smökö"?
Kommt "Rückenfreihalten” vor “Karriereleiter erklimmen” und hindert da die “gläserne Decke” oder muss man als Mann “seine weiblichen Seiten entdecken” oder ist mann als “Sitzpinkler” auch ein “Schlappschwanz” oder steigert die Klobürste in der Hand des Mannes den Sexappeal? Ein Wust von Diskurspatterns, und immer ein männlicher Imbusschlüssel der nicht in die weiblichen Schraubenköpfe passt, weil diese einen Kreuzschraubenzieher bräuchten.
In der Muppets-Show gab es den Koch Smörebröd: Heute kochen wir einen interesannten Diskussionsabend mit Gender und Emanzipations-Sosse. Smörebröd, Smörebröd rümpümpöö - wir nehmen eine EMMA und rösten sie mit Alice ganz Schwarzer auf kleiner Flamme, dann noch einen Schuss abgetriebenen Fötensaft (Mein Bauch gehört mir!), geben noch ein bisschen antipatriarchale Hexenromantik bei. Das ganze in Latzhosen aufkochen und mit verbrannten BHs abschmecken und mit ein bisschen “Sex and the City” unterschäumen und ein Hauch “Desperate Houswifes” drüber sprühen."
Wir haben sehr gelacht! Preise sind nur in Form von Alkoholika an Orlando's Bar einlösbar. Es sind schliesslich keine Nobelpreise!