Cocktails, gebrannte Wasser, Zigarrendunst -- die Gespräche an Orlandos Bar drehen sich um Medienkritik, Kultur, Philosophie, um Gesellschaftspolitik, Religion, Familie und Erziehung, um Mann und Frau -- und ums Kochen. Gejammer, Gelächter, Angeberei sowie gepflegte Beschimpfungen sind an der Tagesordnung.



Posts mit dem Label Sozialismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sozialismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 20. Juli 2010

Fürze aus dem Sommerloch und Seine Exzellenz, der Botschafter

Eine Art vorgezogene 1.-August-Rede aus aktuellem Anlass.

Es ist heiss, ausser den sonderbaren Herren mit sonderbaren Hobbys (Kachelmann, Roderer und Polanski) ist nichts los, der Mamablog bietet seinen Fans nichts als "aufgewärmte Suppen" (Cara Mia), die keiner essen will und in Südafrika hat es sich ausgetschuttet.
Letztes Jahr hatten wir immerhin Piraten am Horn von Afrika und die beste Armee der Welt, die als Marine hätte hingeschickte werden sollen. Dann gab es da ein Bundesratsgesicht, das in Tripolis verlustig ging. Im Jahr davor trieb ein durchgeknallter Armeechef sein Unwesen im Blätterwald und brachte einen überfälligen Landesvater zur Entgleisung. Oder wenigstens gab es einen richtigen Krieg in Nahost. Im Jahr 2007 machten die CVP und die SP einen etwas vermurksten Wahlkampf mit den seltsamen Themen Roschacher und GPK. Und dieses Jahr?

Nicht einmal der Rücktritt zweier Bundesräte entlockt dem Publikum mehr als ein müdes Gähnen. Ein idealer Zeitpunkt also für die Vierte Macht im Staate ahnlich wie die Mamabloggerinnen ein altes Thema aufzupäppeln, so quasi als Trockenübung, nur um zu sehen, ob die Eidgenossen immer noch so ein störrisch Volk von Eseln sind, für die man es hält in der linksliberalen Presse dieses Landes. Wahrscheinlich hoffte man, während der vergangenen zwei Krisenjahre mit UBS-Debakel, Finanzkrise, Bundesrats-Zoff und Libyen-Krise seien Herr und Frau Schweizer etwas mürbe geworden und ihr Irrglaube an den Sonderfall habe nun endlich, endlich Schrammen abbekommen.

Die Übungsanlage geht wie folgt: irgend ein nützlicher Idiot macht eine Bestandesaufnahme und analysiert scharf, der EU-Beitritt muss wieder aufs Tapet. So wie immer, wenn aus der EU etwas Druck auf die Schweiz ausgeübt wird, werfen sich die Zürcher Journalisten als erstes in die Schlacht und fordern die bedingungslose Kapitulation der Schweiz, "es musste ja so kommen", "wir haben es ja schon immer gesagt", "die Aussichten sind düster". Das beliebteste Argument aber ist: man nachvollziehe ja schon heute, dann könne man ja geradesogut der EU beitreten! Das ist dann, wie wenn ein Arzt dem leicht verschnupften Patienten rät, er solle doch gleich die Lungenentzündung kriegen...wozu eigentlich?
Die Linken haben übrigens ein Talent, bei Volksentscheiden zu trötzeln und es ein paar Jahre später einfach nocheinmal zu probieren: Armeeabschaffung, Atomenergie, EU-Beitritt, mehr Drogen, mehr Sozialismus statt solide Sozialwerke. Aber Herr und Frau Schweizer bleiben selbst beim Sünnelen in der Badi cool. Supercool. Es geht uns so gut, wie noch niemals zuvor, wir lassen es uns so gut gehen wie nie zuvor und wir wollen, dass es unseren Kindern noch besser geht.

Da kann dieser Geck von EU-Botschafter wiedermal als arroganter Mini-Metternich auftreten und dieser anämische Belgier Rompuy den Frust über den Zerfall seiner Heimat an der kleinen Schweiz auslassen - uns ist es sowas von gleich.
Ich erfreue mich wirklich an der Coolness der Schweizer und Schweizerinnen!

Ahh, ist es nicht schön, in einem Land zu leben, wo die (leider allzu häufig dem lieben Frieden zuliebe schweigende) Mehrheit pragmatisch und nicht ideologisch denkt und handelt?
Was denken Sie? Sehen Sie auch Wolken am Horizont aufziehen? Sollten wir nicht besser der EU beitreten, wie das die scheinbar intelligenteren 25% des Bevölkerung fordern? Sollten wir unseren Kindern zuliebe dort mitmachen?
Ach ja, da dies ja eine patriotische Rede ist, zum Schluss noch dies: ich bin stolz auf dieses Land und auf seine Bewohner!

p.s.: ich bin dem Arsch von EU-Botschafter Reiterer übrigens fast mal an die Gurgel. Vor etwa drei Jahren brachte ich meinen Göttibub zum Haareschneiden zu Coiffeur Gidor an der Bundesgasse in Bern. Der kinderfreundliche Coiffeur hat seine Eingangstüre gleich neben jener der Botschaft der Europäischen Union in Bern. Um zum Coiffeur zu kommen muss man drei Stufen von der Strasse hoch und auf ein Bödeli in einem Eingangsbereich. Der Kleine war damals noch mit Kinderwagen unterwegs, so murkste ich den also da hinauf und stellte ihn in besagtem Eingangsbereich hin, da im Coiffeurgeschäft kein Platz dafür ist.
Auftritt Martin Reiterer, seine österreichische Eminenz, der Botschafter der Europäischen Union in der Schweiz. Der Mann, der bei jedem Casting zu Tell-Freilichtspielen vom Fleck weg als Gessler verpflichtet würde, ohne dass man sich weitere Bewerbungen für die Rolle anschaut. Wohl angesäuselt von irgendeinem Apéro mit gleichgesinnten Parlamentariern, schreitet er forsch, fast wie als ritte er auf einem hohen, sehr hohen Ross, die Stufen herauf und bleibt fassungslos stehen: ein Kinderwagen mitsamt pausbäckigem Helveterkind und einem impertinenten, primitiven Eidgenossen - der sich, trotzdem er den Hühnen aus dem Augenwikel bemerkt und identifiziert hat, alle Zeit lässt den Knirps gemütlich aus dem Wagen herauskrabbeln und ins Innere des Ladens gehen zu lassen. Solche rückständigen Bergbauern versperren ihm, dem Abgesandten des hlg. röm'schen Reichs Karls des Grossen, seiner Magnifizenz, dem hohen Botschafter Gross-Europas den Weg zu seiner Residenz! Ungeheuerlich sowas, das sagte Herrn Reiterers bös funkelnder Blick.
Als das Kind im Laden ist und der komische Schweizer den Wagen von der Türe gemächlich weggeschoben hat (gemächlicher als er könnte), bedeutet er der Magnifizenz mit einem freundlichen Lächeln, dass der Weg nun frei ist. Des Angelächelten Nüstern heben sich, er schüttelt demonstrativ den Kopf, scheint etwas in sich hineinzumurmeln und macht sich an seinem Schlüsselbund zu schaffen. Er findet den Schlüssel nicht sofort und während er da immer noch klimpert, wird der Botschafter des frechen Kuhschweizers Gewahr, wie dieser süffisant lächelnd ihn immer noch anstarrt. Da wirft der Botschafter dem niedern Bergbauern einen Blick zu, der diesen wohl vor Ehrfurcht in sich zusammensacken lassen sollte, leider ohne Erfolg. Also taxieren seine Hoheit zuerst mit wütend verkniffeen Stirnfalten den Mann, dann den Kinderwagen und dann verächtlich nochmals den Mann.
Da auch dies das nunmehr höhnische Lächeln von den Lippen des Schweizers nicht wegbringt, öffnet der Botschafter endlich energisch die Tür und verschwindet rasch im Inneren des Treppenhauses.
Der primitive Schweizer denkt heute, falls seine Exzellenz auch nur ein Wörtchen gesagt hätte, wäre die Replik inetwa gewesen: "Willkommen in der Schweiz du Arschloch!". Oder irgendetwas noch Dooferes wie: "In der republikanischen Schweiz haben Kinder und Kinderwagen Vortritt vor aufgeblasenen Diplomaten!"
Oder - wenn auch weniger wahrscheinlich - hätte der "Blick" am nächsten Tag titeln können: "Handgemenge - EU-Botschafter Reiterer von Kinderwagen am Kopf getroffen. Täter (39) geständig, er handelte aus patriotischen Motiven".

Mittwoch, 14. Juli 2010

"Romeo and Julian" - Eltern weltweit wehren sich

Unsere Bloggerin Laura berichtete gestern, wie unstatthaft es im Tessin wäre, wenn Schwule und Lesben im Klassenzimmer "Aufklärung" bereiben wollten.

Natürlich wehren sich Eltern weltweit gegen solche Zwangsaufklärung und versteckte Bekehrungsversuche. In Grossbritannien wurden Eltern angeklagt, die ihre Kinder blaumachen liessen, als aus Anlass des Aufklärungsunterrichts eine schwule Adaption von Shakespeares Klassiker gegeben wurde: ähnlich wie im Gay-Theaterstück "Romeo and Julian" handelte eine im Sex-Unterricht behandelte pädagogische Geschichte von einem Prinzen, der mehrere Prinzessinen abweist und entscheidet sich stattdessen für einen Bruder der einen Verehrerin.

In den USA wurde ein Vater in Haft genommen, weil er sich dagegen wehrte, dass seinem Sohn im Kindergarten (sic!) ein Lehrbuch in "Diversität" auferzwungen wurde, in dem für gleichgeschlechtliche Elternschaft geworben wird.

Durch Berlin ging eine Welle der Empörung, als Schüler zu Aufklärungs- und Vorurteilsabbauzwecken im Rollenspiel als schwule Barkeeper und Gäste flirten solten. Sowas macht mich ganz besonders betroffen ;-)

Das alles im regulären, steuerfinanzierten Volksschulunterricht mit Anwesenheitspflicht. So sieht politisch korrekte Indoktrination aus.

In den USA, muss man wissen, haben Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (GLBT ist die offiziöse Bezeichnung dafür) einen eigenen Tag, den "Day of Silence", der an Schulen begangen werden soll um gegen faule Sprüche, gemeine Bemerkungen und Tunten-Witze zu protestieren.
Das ist natürlich typisch: eine gesellschaftliche Minderheit, die GLBTs, inszeniert sich als Opfer der Gesellschaft und Dialog kommt schon mal gar nicht in Frage, es soll gefälligst solidarisch geschwiegen werden.

Das provozierte Widerstand, der in Form des Day of Truth im Gegenteil nicht schweigen will wie Zisterziensermönche, sondern in einen Dialog mit den Homosexuellen treten. Die Organisatoren gehen nämlich davon aus, dass GLBT nur in seltenen Fällen eine Geschichte der Hormone oder von "angeborenen Neigungen" ist, sondern eine meist bewusste und freie, oft aber auch durch unglückliche Umstände zustandegekommene Entscheidung für einen Lebensstil.

Hier ein ausführliches Papier in deutscher Sprache zu dieser Thematik. Und hier ein Beispiel, wie "Schwule und lesbische Lebenswelten" Schülern in zwei deutschen Bundesländern nähergebracht werden und "Coming-outs" erkämpft werden sollen.

Was halten Sie davon? Sollte man Sexualkundeunterricht gänzlich streichen oder freiwillig machen oder anders gestalten? Und sollen Eltern dabei ein Wörtchen mitreden? Oder fluten wir in Zukunft die Klassenzimmer mit Vertretern jeder erdenklichen gesellschaftlichen Minderheit, die den Schülern einimpfen, gefälligst im Namen der "Diversität" Respekt zu haben und den Mund zu halten?

Dienstag, 13. Juli 2010

Sex im Schulzimmer

Mit dem Lehrplan 21, der seit Anfang Juni vorliegt, und dem HarmoS Konkordat wird der Sexualunterricht Schweizweit zum Pflichtfach.
Was heisst das nun?

Wie viele fälschlicherweise glauben, geht es nur um Aufklärungsunterricht. Dem ist leider nicht so. Aus dem Grundlagenpapier zur Sexualpädagogik ist ganz etwas anderes zu entnehmen.

Einige Leckerbissen, für Sie zusammengestellt:

"Sexuelle Gesundheit setzt ein positives "Grundlagenkonzept Sexualpädagogik und Schule" und respektvolle Annäherung an Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus, wie auch die Möglichkeit zu lustvollen und sicheren sexuellen Erfahrungen" (Seite 8 - 9)

Den Kindern sollen bereits ab 4 Jahren die "Sexualorgane als Quelle neuer Lustgefühle" näher gebracht werden. (Seite 35)



Durch Rollenspiele (Vater-Mutter-Spiele, Familien mit zwei Müttern/ Vätern, einem Elternteil, Verliebt sein, Geschlechtsverkehr) soll Kindern ab 5 Jahren die Homosexualität und mit Doktorspielen die eigene sexuelle Befriedigung näher gebracht werden (Seite 35)

Ab 9 Jahren sollen Kinder über den Geschlechtsverkehr aufgeklärt werden (Seite 37).

"Eine bedeutende Aufgabe der Schule besteht darin, allen Kindern und Jugendlichen hinsichtlich Sexualität, Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen diese Möglichkeiten zu eröffnen" (Seite 14)

Der Staat will mit unseren Kindern Doktorspiele machen!

Das freut natürlich Schwule und Lesben, die ab sofort Werbung für ihren Lifestyle machen an der Schule und jenen statistischen Teenager aus 25 zum "Coming-Out" zu ermuntern, der sich im Rahmen seiner Adoleszenz vielleicht wundert, dass er/sie manchmal gleichgeschlechtliche Fantasien und Tagträume hat. Erlebnispädagogik mit Bauchnabelschau und Unterweisung in Promiskuität, oder was?

Eine permissive "Anything-Goes"-Haltung, die nicht nur geradezu dazu aufruft, möglichst viele "Erfahrungen" zu machen, sondern Druck ausübt, dass die jungen Leute Stellung beziehen müssen und artikulieren, was sie tief in sich drin empfinden.

Der Sozialpädagogen- und zunehmend indoktrinäre Fürsorgestaat dringt in das Intimste unserer Kinder und Jugendlichen ein! Dass Sexualität eine Ressource ist, mit der man verantwortungsvoll und nicht unbedingt verschwenderisch umgehen sollte, kommt diesen Leuten gar nicht in den Sinn.

Was finden Sie dazu? Sollte man die Jungs und Mädels nicht einfach in Ruhe ihre Pubertät durchmachen lassen? Ohne alles und jedes ans Licht zu zerren, in ein Schublädli zu stecken und darüber quatschen zu müssen? Verletzt das nicht auch ein natürliches Schamgefühl, das in diesem Alter wie ein Schutzmäntelchen wirkt?
Ich meine, wir Jungs haben das früher unter uns besprochen. Während wir bei Tommy, dessen Eltern beide ganztags arbeiteten, im abgedunkelten Wohnzimmer Eis am Stiel schauten.

Sonntag, 11. Juli 2010

Das Skandinavien-Syndrom

Nach zwei, drei Tagen im Reich der strammen Emma-Emanzen, unbedarften Gender-QuasslerInnen und linken Spinner habe ich Preise zu vergeben:

Orlando's Preis für die doofste Bloggerin des Tages geht an...Frau "Widerspenstige": Sie schafft es immer wieder auf peinlich-schusselige Weise, die Abfolge Lesen/Verstehen - Nachdenken - Mitschreiben durcheinander zu bringen, wobei sie den zweiten Schritt meist ganz weglässt und ihre Mitblogger dafür am reichen Fundus ihres Halbwissens teilhaben lässt, das freiassoziativ aus ihr herauspurzelt. Hier ein Beispiel, das auch grad das Thema meines heutigen Posts einführt:

Blogger Andy argumentiert: "Der Mensch ist egoistisch veranlagt, muss gefordert und belohnt werden, sonst strengt er sich nicht an. Das Resultat dieses Systems (des Kommunismus) ist, dass der Lebenstandard sinkt und es allen schlechter geht (auch dem Nachwuchs)."

Darauf antwortet "Widerspenstige": "Das sehe ich ein wenig anders, denn zu Egoismus verleitet der Kapitalismus und nicht der Sozialismus – das ist ein Widerspruch in sich. Sehen Sie den Unterschied? Es kann sehr schön in Ländern gesehen werden, wo die Gleichwertigkeit zwischen Mann und Frau gelebt wird. Oder wie können Sie sich erklären, dass ausgerechnet in Sozialistischen Ländern wie Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland etc. die Menschen glücklicher mit ihrem Leben sind?"
Und weiter erklärt uns "Widerspenstige" das "Erfolgs-Modell Schweden. "Die kennen keine Wirtschaftskrise und das duale Steuersystem macht glückliche Menschen – ob Väter, Mütter, Kinder oder Kinderfreie – alle profitieren vom fürsorglichen Sozialstaat (nein, kein Kommunismus und nicht nur das Öl ist Schuld daran!)."

Alles klar? Gückliche "Kinderfreie" im Zuckerwatten-Land, wo die Gleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern gelebt wird? Also ist gar nichts faul im "sozialistischen" Staate Dänemark? Alles besser im Ikea-Sozialwunderland?

Im Gegensatz zu uns rückständigen Schweizern, die hier im Raubtierkapitalismus schmoren, scheinen die blonden, hochgewachsenen Skandinavier tatsächlich mit Überzeugung ihre Gravad Lax-Smörebröds am Fjord in der Mitternachtssonne zu geniessen (im Radio läuft natürlich A.B.B.A.) und die Segnungen des umsorgenden Sozialstaates hochzuhalten. Das sei ihnen gegönnt. Jedem das Seine.

Aber trifft es zu, dass die skandinavischen Länder so viel "fortschrittlicher" und "ein Vorbild" sind, wie es schweizer Sozitanten und linke Täumer immer wieder behaupten? Und fordern, wir sollten ein Bisschen mehr wie die Skandinavier werden.

1. Sind die Skandinavier glücklicher als die Schweizer? Die Dänen sind gemäss Untersuchungen tatsächlich die glücklichsten Menschen der Erde, stimmt. Und wer folgt gemäss den genau gleichen Untersuchungen auf dem zweiten Platz? die sozial kalte Schweiz - bingooo! Schweden folgt weit abgeschlagen auf dem siebten, Norwegen auf dem 19. Platz...und das trotz zwei Jahre voll vom Staat bezahltem Mutterschaftsurlaub! Das vielgelobte Frankreich - das fast gleichviel für Soziales ausgibt pro Kopf wie Schweden - landet auf dem schäbigen 62. Platz, weit hinter den USA auf dem 35. Rang (die ja gar nichts fürs Soziale ausgeben, nicht wahr!).

Merke für später: die Höhe der Sozialausgaben eines Landes hat nichts mit dem Glücksbefinden seiner Bürger zu tun.

2. Wenn das "Skandinavische Modell" dem Rest der Welt tatsächlich so überlegen wäre, müsste sich dies doch eigentlich auch in den gesellschaftlichen Realitäten niederschlagen, nicht? Ein perfektes Sozialwesen müsste logischerweise auch eine perfekte(re) Gesellschaft generieren, oder?
Auch hier: Fehlanzeige! Das Land ist bestenfalls Durchschnitt, wie mein kleiner Streifzug im Netz zeigt. Weder angesichts von Kriminalitätsraten, Wirtschaftsdaten (siehe Abb.), schlechter Moral, Sexualstraftaten, tiefen Heirats- und extrem hohen Scheidungsraten (64%!), Alkoholismus, Drogenproblemen, eines miesen Gesundheitswesens (beispielsweise ein Mammograf auf 200'000 Einwohner...) noch Fremdenfeindlichkeit könnte irgendein Lob für Schweden gesungen werden.




Merke: Mehr und höhere Sozialausgaben führen keineswegs zur Beseitigung oder Minderung gesellschaftlicher Missstände.

Die Schweden haben sich - wie die anderen nordischen Länder Dänemark, Norwegen, Island und bedingt auch Finnland - in drei Generationen das in der westlichen Welt grösste Bürokratenmonster geschaffen, das ihr Leben durchorganisiert und kontrolliert. Drei Generationen - genug Zeit dieses Modell als das beste der Welt in den Köpfen der Schulkinder zu implementieren, die im Alter von 12 Monaten bis 14 Jahre Vollzeit vom Staat betreut werden. Für diesen Rudumservice liefern die praktisch gläsernen Bürger mehr als die Hälfte ihres Einkommens (in Schweden 51%) als Steuern ab, wie eine All-Inclusive-Hoteltaxe.

Fazit: Sozialpolitik à la "Modell Schweden" macht nicht glücklicher, die Sozialwunderländer Skandinaviens stehen keineswegs irgend besser oder schlechter als im Mittelfeld da und die nordischen Länder haben exakt genau die gleichen gesellschaftlichen Probleme, wie wir hier auch! Und es ist ja klar, dass mehr Sozialstaat zu sinkendem GDP führt und eine ganz und gar ungesunde Haltung heranzüchtet: wie bekomm ich mit möglichst wenig Aufwand eine Staatsrente ("Rent-Seeking"). Darunter leiden dann Unternehmergeist, Innovation und Standortattraktivität.

Fairerweise sei noch darauf hingewiesen - wie der Tagesanzeiger sehnsüchtig in einer Lobeshymne schwärmt - dass die Schwedens Wirtschaft momentan gar nicht so übel dasteht. Und zwar genau, weil die Politiker auf Wachstum setzen und die Unternehmen weder melken noch ihnen Fesseln und Auflagen auferlegen - was die linken Idioten auch im Mamablog laufend fordern.

Der zweite Preis, der Preis für den träfsten Kommentar, geht übrigens an Blogger Giorgio Girardet, der die jungste Diskussion auf Mamablog sehr treffend zusammengefasst hat:

"Es handelt sich um einige IKEA-Denkstücke, die in den 70er, frühen 80er Jahren zusammenmontiert wurden und jetzt hin und her geschoben werden im Kopf von Pippi Langstrumpf. Kommt nun “Björk” neben “Billi” oder "Lars" unter "Smökö"?
Kommt "Rückenfreihalten” vor “Karriereleiter erklimmen” und hindert da die “gläserne Decke” oder muss man als Mann “seine weiblichen Seiten entdecken” oder ist mann als “Sitzpinkler” auch ein “Schlappschwanz” oder steigert die Klobürste in der Hand des Mannes den Sexappeal? Ein Wust von Diskurspatterns, und immer ein männlicher Imbusschlüssel der nicht in die weiblichen Schraubenköpfe passt, weil diese einen Kreuzschraubenzieher bräuchten.

In der Muppets-Show gab es den Koch Smörebröd: Heute kochen wir einen interesannten Diskussionsabend mit Gender und Emanzipations-Sosse. Smörebröd, Smörebröd rümpümpöö - wir nehmen eine EMMA und rösten sie mit Alice ganz Schwarzer auf kleiner Flamme, dann noch einen Schuss abgetriebenen Fötensaft (Mein Bauch gehört mir!), geben noch ein bisschen antipatriarchale Hexenromantik bei. Das ganze in Latzhosen aufkochen und mit verbrannten BHs abschmecken und mit ein bisschen “Sex and the City” unterschäumen und ein Hauch “Desperate Houswifes” drüber sprühen."

Wir haben sehr gelacht! Preise sind nur in Form von Alkoholika an Orlando's Bar einlösbar. Es sind schliesslich keine Nobelpreise!

Freitag, 9. Juli 2010

Ohne starke Familien gibt's keine Demokratie!

Was läuft falsch in unserer Erziehungs- und Bildungspolitik? Der angesehene Kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld identifiziert und widerlegte jüngst in einem Vortrag mit dem Titel >"Die Sozialisationsfrage - Die entwicklungspsychologischen Grundlagen für echte Reifeentwicklung als Bedingung für Demokratiefähigkeit" Mythen, die sich in unseren Köpfen festgesetzt haben und zeigte Wege zum besseren verständnis der Problematik auf.

Viele von uns, besonders linke Gesellschaftsverbesserer, glauben hartnäckig, Sozialisierung sei ein Vorgang, der uns dazu befähigt, in unserer Gesellschaft klar zu kommen und uns erfolgreich einzubringen, und dieser Vorgang stehe im Gegensatz zur Individualisierung, der Herausbildung der eigenen Persönlichkeit. In Wirklichkeit, so Neufeld, ist eine erfolgreiche Sozialisierung das Ergebnis der vorher abgelaufenen Individualisierung plus der Bindungen eines Menschen.

Gemeinsamkeit ohne Verlust von Eigenständigkeit
Entwicklungspsychologisch gesehen ist die Grundlage echter Demokratiefähigkeit: Die als Potenzial angelegte Fähigkeit von Menschen, verschiedene Emotionen gleichzeitig zu fühlen und so zu einem ausgeglichenen Gefühlsleben zu finden. Erst wenn ich in der Lage bin, verschiedene Aspekte eines Problems in mir selbst perspektivisch zu betrachten, das Einerseits-Andererseits abzuwägen und „geteilter Meinung“ zu sein, kann ich auch auf der gesellschaftlichen Ebene übergeordnete Aspekte berücksichtigen.

Dem universal gültigen orthogenetischen (entwicklungstheoretischen) Prinzip folgend besteht jede Entwicklung aus drei Phasen: Erstens Fusion oder Verschmelzung, z.B. von Eizelle und Sperma, zweitens Differenzierung, bei der z.B. verschiedene Zelltypen unabhängig voneinander ihre Unterschiedlichkeit ausformen, sowie drittens die Integration: Gemeinsamkeit ohne Verlust der Eigenständigkeit, z.B. die Kooperation verschiedener Organe und Gehirnhälften.

Dasselbe Prinzip gilt auch für die Entwicklungspsychologie des Kindes: Es ist zunächst innerlich ganz verschmolzen mit seinen Eltern und sollte dann auf dem Boden dieser Geborgenheit seine individuelle Eigenständigkeit entwickeln.
Erst die erfolgreiche Individualisierung befähigt ein Kind dazu, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein, ohne seine Individualität zu verlieren. Die Sozialisation ist also das Ergebnis zuvor ablaufender Prozesse.

Heute jedoch wird dieser natürliche Ablauf ignoriert, und man erwartet schon von Zweijährigen im Kindergarten , dass sie sich im Sinne einer erfolgreichen Sozialisierung gesellschaftskonform verhalten. Das frühe Miteinander in großen Gruppen noch unreifer Gleichaltriger wird als unerlässlich für Sozialisierung angesehen, obwohl es in Wirklichkeit nachweislich den Prozess der Individualisierung behindert und zu der Konformität führt, die heute bei Jugendlichen so vorherrscht: alle dieselbe Kleidung, dieselbe Musik, dieselbe Sprache – bloß nicht auffallen mit eigenen, eventuell abweichenden Gedanken, Fähigkeiten, Hobbys, Gefühlen.

Individuelle Reifeprozesse werden abgewürgt
Die Chance, im Schonraum häuslicher Geborgenheit sich selbst, die eigenen Gedanken, Begabungen und Vorlieben kennen zu lernen, um sich dann – nach erfolgter Differenzierung - bereichernd in die Gesellschaft einzubringen, wird verpasst zugunsten einer verfrühten Gesellschaftskonformität, die individuelle Reifungsprozesse erschwert.

Demokratische Rituale und Abläufe wie Wahlen und parlamentarische Debatten ohne die aktive Beteiligung eigenständig denkender, individuell differenzierter Persönlichkeiten verarmen zu bloßen Äußerlichkeiten ohne echte geistige Vielfalt dahinter, die für eine Demokratie wesentlich ist. Wenn jedoch diese Unausgereiftheit, wie es heute oftmals der Fall ist, bei 14jährigen und sogar bei Erwachsenen fortbestehen, sei die Demokratie in Gefahr, sagt Professor Neufeld. Solcher Mangel an Integrationsfähigkeit (und dem Selbstbewusstsein, sie in der gesellschaftlichen Sphäre weitergeben zu können und zu wollen) führt dazu, dass sich breite Bevölkerungsschichten aus dem politischen Diskurs verabschieden und somit manipulierbar werden.

Emotionale Geborgenheit und Bindung
Voraussetzung hierfür, so Neufeld, ist emotionale Geborgenheit, die Kindern ein offenes Herz ermöglicht. Denn Gefühle, die ich nicht empfinde, weil ich mich vor ihrer überwältigenden Wucht abschotten muss und zum Beispiel niemanden habe, bei dem ich mich ausweinen kann, die kann ich auch nicht zu integrieren lernen. Ausweinen jedoch können wir uns nur bei jemandem, zu dem wir eine Bindung haben – das Streben nach der Geborgenheit fester, stabiler Bindungen ist ein mächtiger Instinkt aller Menschen, sogar wichtiger als Nahrung und Wärme. Dies werde, so Neufeld, derzeit familien- und bildungspolitisch noch nicht berücksichtigt, obwohl die Wissenschaft sich einig sei: Erst wenn die Bindungsbedürfnisse erfüllt sind, ist Raum für Neugierde, Lernen und Persönlichkeitsentwicklung.

Jean-Jacques Rousseau hat dies bereits vor 250 Jahren erkannt und war der Meinung, dass Kinder erst mit Eintritt in die Pubertät den Schoß der Familie verlassen sollten, um zu echten Demokraten heranzureifen. Deutlich wurde, dass die Familie der natürliche Ort für diese starken primären Bindungen ist. Wenn die Eltern zu schwach sind, um ihre vorgesehene Rolle als Vermittler erfolgreicher Sozialisation zu spielen, liegt die Lösung in stärkender, begleitender Unterstützung durch andere verantwortungsvolle Erwachsene. Das zunehmend übliche Herausreißen des Kindes aus seiner sozial schwachen Familie sei jedoch nur in ganz extremen Ausnahmefällen der richtige Weg.

Zwang und Verwahrlosung in staatlichen Erziehungskasernen
Das sozialistische Wohlfahrtswunderland Schweden galt lange weltweit als Vorzeigemodell: Mütter wurden ermutigt, früh wieder voll berufstätig zu sein, was durch ein flächendeckendes System von Kinderkrippen ermöglicht wurde – ein durchschnittlicher Dreijähriger in Schweden ist über 10 Stunden täglich außer Haus und von seinen Eltern getrennt. Heute werden die Folgen dieser gutgemeinten Politik deutlich: Die Selbstmordrate schwedischer Jugendlicher ist in den letzten dreißig Jahren geradezu explodiert, die Zahl der psychisch gestörten Kinder und Jugendlichen hat ebenfalls überaus stark zugenommen. Da ist der Rat von Experten wie Gordon Neufeld gefragt...

Sonntag, 4. Juli 2010

Harmos für Babyklappen

Nachdem jüngst in Aarburg in einer Kinderkrippe Abu Ghraib-Zustände herrschten und letze Woche ein Baby in einer Krippe fast zu Tode kam, machen die Befürworter der staatlichen Kinderaufzucht mobil.

Unser geliebter Tamedia-Plauderkasten regt sich fürchterlich über eine Aussage im "Blick" auf und das erst noch am Sonntag (ist das gewerkschaftlich überhaupt erlaubt?)

Eine Frage, die dort noch niemand gestellt hat: "Gehören Zwölfmonatige überhaupt in eine Krippe?"

Die Kinderkrippen-Lobby gibt indes in der "NZZ am Sonntag" Gas. Aussagen, wie sie DDR-Pädagogen gemacht haben könnten, rufen bei Max Ekel und Empörung hervor. Max hat davor schon seit langem gewarnt. Und bekommt jetzt recht.