
Samstag, 5. März 2011
In the cannon's mouth - die sieben Stadien

Montag, 28. Februar 2011
Kleine Männer - und ein Buchtipp
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Wie mir diese verfluchte Bloggerei auf den Keks geht! Dieses streiten, um Agumentation ringen, überzeugen wollen, unhaltbare Meinungen niedermachen, die Angriffe abwehren, das sich Mühe geben, seriös zu tönen und in den richtigen Momenten für voll genommen zu werden, geschwungen zu formulieren...und dann das kompulsive Ritual beim Heimkommen: als erstes den PC angeschaltet, ein Pilsner Urquell geöffnet, hinsitzen und sich über die Reaktionen freuen, die man ausgelöst hat oder sich zu ärgern mit welcher Ignoranz über teilweise sorgfältig gearbeitete Texte hinweggegangen wird. Die Übelkeit, die sich regt, schon wenn man nur den Mamablog aus der Favoritenliste anwählt...
Verdammte Loser alle, soziopathische Nerds, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen und ihr Gewixe absondern, arme, einsame, unfrohe Menschen, die im Leben nichts haben als ihre Blogs an denen sie sich annabeln wie an den Zitzen einer Übermutter - Mamablog, die nährende, feuchtwarme, erdrückende, schwabbelige, schleimige Riesentitte!
Der Barmann braucht dringend Ferien!
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Und sei es mithilfe spezifuscher Drogen, künstlicher alterogener Mittel, die den anderen so verschleiert und verschliert wir ihn sonst erleben, von schlechter rede und billigen Gebärden verdorben, wieder zu seiner Heilsamen Erscheinung bringen"
(Botho Strauss, Vom Aufenthalt, 2009)
Vielen herzlichen Dank an
"Vom Aufenthalt" - vielleicht ist auf diesem Blog bald mehr dazu zu lesen.
Montag, 14. Februar 2011
Allerlei Unappetitlichkeiten

Mittwoch, 26. Januar 2011
Mittwoch, 12. Januar 2011
Et in Bloggam Pax
Wir harren der Dinge, die da kommen und erfreuen uns an Freiheit, Gleichheit und Brüderlich- sowie Schwesterlichkeit!

Dunkle Gestalten mögen dräuen und hadern, graue Wolken mögen die Herzen und Sinne der Menschen verdunkeln, doch niemand kann die Sonne davon abhalten, hell über alle Menschenkinder zu scheinen.
Einen sehr guten Tag wünsche ich ihnen allen!
Dienstag, 11. Januar 2011
Mamablog - das Ende der Gemütlichkeit

Dienstag, 4. Januar 2011
Sehr geehrte Frau Binswanger... - offener Post an die beste Journalistin des Jahres

Donnerstag, 30. Dezember 2010
Gestammel und Unehrlichkeit zum Jahresende


Samstag, 4. Dezember 2010
Lasst die Schafe nun friedlich grasen

Der Schlaf der Gerechten von Oliver Zimmer
Die kritische Intelligenz der Schweiz lamentiert oft, die SVP habe das Land in eine Verdummung gestürzt. Scheinbare Beweise sind rasch zur Hand: Aufstieg der Partei zur stärksten politischen Kraft im Land; der Ausgang der Minarett-Initiative; schliesslich die Annahme der
Ausschaffungsinitiative am Sonntag. Es ist davon auszugehen, dass man sich künftig noch stärker an die Idee der angeblichen Volksverführer klammern wird. Beim Argument handelt es sich in Wirklichkeit um eine intellektuelle Leerformel.
Denn die Blocher-Partei befindet sich auch deshalb im Hoch, weil der fortschrittliche Liberalismus in der Schweiz versagt. Defizite bei der Deutung der Schweizer Geschichte und Gegenwart spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Meinung etwa, dass sich Hunderttausende von Menschen von einer gut geschmierten Propagandawalze einfach so überrollen lassen, ist in der modernen Geschichtsforschung längst überholt. Ideologien lassen sich nur dann verkaufen, wenn sie die Leute irgendwo abholen.
Jedem sein Wutbürger?
Warum hat die SVP mit ihren Initiativen zu den Themen «Fremde» und «Ausländer» Erfolg? Manche Kommentatoren glauben, es liege an der Globalisierung; etwa daran, dass die Konkurrenz auf dem Wohnungs- und Stellenmarkt grösser geworden sei. Beliebt ist auch die Vorstellung, wonach sich die gesellschaftliche Entwicklung so sehr beschleunigt habe, dass die sozialen und kulturellen Verhältnisse unübersichtlich geworden seien. Mit der Folge, dass sich die Leute in ihrer Haut nicht mehr wohlfühlen würden und ihnen die einst vertraute Umgebung fremd geworden sei.
So ähnlich wurde kürzlich, in Anlehnung an philosophische Grossmeister, auch in dieser Zeitung räsoniert: Die Globalisierung habe den «Wutbürger» erzeugt, dessen Ressentiment sich vor allem gegen den «Weltbürger» richte, der sich den Blick aufs grosse Ganze bewahrt habe. Solches hat man, so oder ähnlich, schon oft gelesen. Der Sound klingt vertraut. Vor allem aber ist er merkwürdig geschichtslos.
Der grosse Assimilationsdruck
Ganz ohne historische Substanz geht es aber nicht. Sie zeigt zum Beispiel, dass alte Republiken einen grösseren Assimilationsdruck ausüben als nicht republikanische Staatswesen. Die Maxime von der einen und unteilbaren Nation gehört seit der Revolution zur Grundausstattung des nationalen Selbstverständnisses in Frankreich. So bezeichnete Nikolas Sarkozy die Burka als unvereinbar mit den Grundsätzen der Französischen Republik.
Es gibt aber wohl kaum eine Gesellschaft, die einen ähnlich grossen Assimilationsdruck erzeugt wie die kommunal verfasste Republik Schweiz. Anders als im benachbarten Ausland haben es die Schweizer Gemeinden bis heute geschafft, die Machtausdehnung des Staats in zentrale Bereiche des öffentlichen Lebens zu verhindern. So gibt es kein anderes Land, wo die Gemeindebürger über die Aufnahme ins Schweizer Bürgerrecht befinden.
Assimilationsmaschine stockt
Das hat Folgen: Anders als in andern Ländern agiert in der Schweiz nicht der Staat als Gralshüter der Nation, sondern die Bürgerin und der Bürger. Damit wird das Nationale zum festen Bestandteil der bürgerlichen Lebenswelt – und damit auch die Assimilation. Jeder Schweizer ist ein potenzieller Schweizermacher. Genau dort holt die SVP die Leute mit ihren Initiativen ab. Kriminalität von Ausländern bildet die Antithese zur Assimilation. Das mag mit erklären, warum es vielen Leuten anscheinend egal war, dass die SVP-Initiative nicht unterscheidet zwischen leichten und schweren Delikten. Jedes Delikt stellt die Integrationsbereitschaft infrage. Da schlägt offenbar der Schweizermacher in manchen Schweizern zu. Das pauschal als Fremdenfeindlichkeit zu taxieren, ist jedoch billig und erklärt wenig.
Dass die SVP die Geschichte und Gegenwart der Schweiz in einem zentralen Bereich offenbar besser verstanden hat als ihre Gegner, das ist mit das Bedenklichste der Abstimmungen der letzten Jahre. Dem Land fehlt ein intelligenter Linksliberalismus. Nötig wäre zum Beispiel, dass sich die selbst ernannten Weltbürger endlich kritisch mit dem Thema Integration auseinandersetzen. Das bedingt aber ein besseres Verständnis für die historischen Prägekräfte der Schweiz.
Wer glaubt, die Geschichte verliere mit der Globalisierung an Bedeutung, huldigt einem Mythos. Mit Appellen an die Willensnation ist es indessen nicht getan. Von zentraler Bedeutung ist die kommunale Prägung der schweizerischen politischen Kultur. Der Gemeinde-Republikanismus hat immer wieder starke ausschliessende wie integrierende Kräfte freigesetzt. Die Politik der SVP appelliert an Erstere. Fortschrittliche Liberale sollten beginnen, sich für sein integratives Potenzial zu interessieren.
Der Zürcher Historiker Oliver Zimmer lehrt Moderne Geschichte an der renommierten Universität Oxford. ---
Was denken Sie, liebe Leser? Hat Zimmer Recht? Sieht er vom Ausland aus etwas klarer als unsere Journalisten, Linkspolitiker und Chefintellektuellen im Land?
Wieso haben die Linken zum Beispiel Sie nicht erreicht mit ihren Anliegen? Sind auch Sie von der "millionenschweren Propagandamaschine" des Economiesuisse überrollt worden und stimmten danach wie unter innerem Zwang gegen die Steuer"gerechtigkeits"initiative?
Ist es nicht eine schallende Ohrfegie für Parlament und Bundesrat, dass in keinem einzigen Kanton der Gegenvorschlag eine Mehrheit findet? Eine Ohrfeige wofür?
Übrigens ist am Wochenende etwas passiert, was bisher niemand für erwähnenswert befand: Die SVP ist mit einem ihrer ureigensten Anliegen bis weit über ihre Wählerschaft hinaus in die Mitte der Gesellschaft marschiert. Und dies bei einer unüblich hohen Stimmbeteiligung: die Linken gingen für die Steuerinitiative stimmen und legten dann gleich noch ein Doppelnein gegen die Schäfchenplakate in die Urne. CVP, FDP und die anderen "anständigen" Parteien der schwammigen Mitte haben brutal Schiffbruch erlitten.
Lassen Sie mich mit dem persönlichen, ehrlichen Wunsch schliessen, dass wir nun eine Weile Ruhe haben mögen vor dem Ausländerthema und uns wichtigeren Themen zuwenden. Immerhin sind nächstes Jahr Wahlen und da möchten wir schon gern wissen, welche Ideen vorhanden sind, um die Schweiz in eine erfolgreiche, sichere und unabhängige Zukunft zu führen (darunter gibts für mich nichts), und nicht nur darum, ob man jetzt einen oder zwei Bundesräte beanspruchen kann oder nicht.
Heute schliessen wir mit J.S. Bach das Kapitel "Schäfchenplakate" ab, das die Schweiz seit drei Jahren in Atem gehalten hat. In Bachs Kantate BWV 208 heisst es:
Schafe können sicher weiden,
Wo ein guter Hirte wacht.
Wo Regenten wohl regieren,
Kann man Ruh und Friede spüren
Und was Länder glücklich macht.
Regenten wollen wir zwar keine und die Hirten sind in unserer Demokratie wir selber - oder allenfalls der Herr ganz oben. Und anhören kann man sich das herrliche Stück Musik hier: http://www.youtube.com/watch?v=TYjqnlc7MRw
Schönen zweiten Advent Ihnen allen und ihren Familien!
Donnerstag, 4. November 2010
Orlando's scharfe Idee


Lehre aus den vergangenen Tagen: man ist selber schuld, wenn man zusammengeschlagen wird! Gerade und vor allem, wenn man ein Politiker ist...genauer: ein linker Politiker:
Die Zeiten sind vorbei, als man sich, egal welcher politischen Gruppierung man angehörte, in diesem Land frei bewegen konnte und mit dem "Gegner" sogar bisweilen ein Bier trinken ging. Und dass es nun ausgerechnet den unbescholtenen SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr getroffen. hat, macht mich betroffen. Hans-Jürg, zusammengeschlagen von rechten Kundgebungsteilnehmern. Gute Besserung, lieber Genosse!
Gerade die Rechtsautonomen, denen die bürgerliche Idee am Herzen liegt, denen aber sogar die SVP zu wenig bürgerlich ist (weil sie mit den linken Parteien in Regierungen sitzt), sind für ihre Gewaltbereitschaft berüchtigt. Ganze Landstriche in der Innerschweiz und dem Agglogebiet im Mittelland terrorisieren sie schon mit ihrer Gewalt. Meist sind es fünf SVP-Sympathisanten die auf einen Linken oder Netten losgehen. Da wird getreten und geklatscht, dass die Polizei garantiert jedesmal ausrücken muss.
All die Velos von grünen Studenten, Solarpanels auf den Dächern und all die vegetarischen Restaurants die schon vom den rechten Aktivisten demoliert wurden! Das ist doch nur noch blinde Zerstörungswut!!
Und diese rechtsnationalen Chaoten haben mit dem "Haus zur Freiheit - Landgasthof zur Sonne" im toggenburgischen Ebnat-Kappel jetzt auch noch einen rechtsfreien Raum, wo sie sich zurückziehen können. In diesem „autonomen Kulturzentrum“ – so munkelt man – wird auch geraucht , gejasst und mit Bier und Schweinekoteletts gedealt. Und man heckt neue Pläne für Vandalenakte aus. Die Polizei ist machtlos, schaut tatenlos zu.
Vor allem anlässlich der "Antisozialistischen Abendspaziergänge" ist es jeweils infach nur desaströs, wie sich die SVP-Wählenden, vermummte RentnerInnen, einfache Angestellte mit wildem Blick und Bauern mit Mistgabeln gegen die Organe des Überwachungsstaats aufführen und Schaufenster einschlagen, städtische Linienbusse anzünden und die Mauern vollsprayen mit Sprüchen wie: „Sozialstaat zerstören – Blocher, putsch dich an die Macht!“.
Und erst die Protestkundgebungen vor dem EU-Konsulat in Bern oder dem UN-Menschenrechtsrat in Genf, wenn aus ganz Europa (Fidesz, Front National, Lega, Vlaamse Block etc) die Rechten ins Land einreisen und die halbe Stadt auseinandernehmen.
Auch die Kosten für die Polizeieinsätze, die die Krawalle nach dem berüchtigten Saubanner- und Demonstrationsumzug zum 1. August verursachen (organisiert vom "Reaktionären Weissen Block" und der Konservativen Jungfront Hüntwangen-Wil) und die Schäden im Zürcher Bankenviertel, die stets in die Hundertausenden gehen, zahlt am Ende der brave SP-Wählende Steuerzahler. Nicht dass der das nicht gerne täte (Steuern zahlen) aber so geht es nun auch nicht!
Und jetzt wurde also Nationalrat Hans-Jürgli Fehr, der sympathische intellektuelle Haudegen der sozialistischen Volkspartei auf seinem Gang zum SP-Rentnerhöck im Zürcher Volkshaus brutal vom rechten Widerstand zusammengeschlagen. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen rechte Gewalt und für mehr Anstand in der Politik - auch von der SP!
Na ja, eben: er ist aber auch ein bisschen selber schuld: Hätte er sich mit den kommunistischen Parolen etwas zurückgehalten im neuen Parteiprogramm, dann wäre ihm das auch nicht passiert. Soll er doch Polizeischutz beantragen in Zukunft! Ausserdem hätte er ein Taxi nehmen können, der linke Tubel!